Exklusive Szene zum Valentinstag

Ihr Lieben,

ich hatte euch auf Social Media gefragt, von welchem Pärchen ihr gerne eine Mini-Szene zum Valentinstag geschenkt bekommen würdet. Gewonnen haben Remy & Poe aus Refugium. Und hier ist die Szene, die ich nur für heute und nur für euch geschrieben habe. Viel Spaß!

Alles Liebe,
Susann

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Ein kühler Lufthauch streifte Remys Gesicht. Er kräuselte unwillig die Nase und zog verschlafen die Bettdecke höher, als ihn ein Gedanke schlagartig wach werden ließ. Luftzug? Moment mal – »Poe?«
»Morgen, Kätzchen.«
»Poe!« So schnell bekam ihn sonst niemand aus dem Bett. Oder hinein. Poe lachte leise als er ihn umarmte, legte besitzergreifend die Hände auf seine Taille und zog ihn ganz nah ran.
»Mmm, du bist noch ganz warm.«
Genießerisch lehnte Remy den Kopf an seine Schulter und atmete seinen vertrauten Geruch. Patschuli und kalte Asche. Er liebte diesen Duft, weil er zu Poe gehörte. »Nicht, dass ich mich beschwere, aber was machst du hier? Ich dachte, du würdest erst in zwei Tagen wiederkommen.«
»Ich kann nur kurz bleiben.«
»Hattest du etwa Sehnsucht nach mir?« Selbstzufrieden lehnte Remy sich zurück, um ihn anzusehen.
»Nach dir? Nicht doch. Aber dieser alte Kasten hat’s mir irgendwie angetan.«
Remy knuffte ihn unsanft, doch Poe zog ihn an sich und küsste ihn stürmisch. Sofort verpufften alle Gedanken und Remys Körper schien sich in Pudding zu verwandeln. Nichts existierte außer Poe und diesem Kuss. Minutenlang liebkosten sie sich versunken, bis Poe sich zurückzog.
Bedauern stand in seinen attraktiven Zügen. »Ich muss weiter.«
»Echt jetzt?«
Poe trat einen Schritt zurück und holte behutsam etwas aus den tiefen Taschen seines schwarzen Ledermantels hervor. Verdutzt betrachtete Remy das zarte Gebilde. Eine Pflanze. Eine Orchideenpflanze mit filigranen Blüten, so dunkelrot, dass sie nahezu schwarz wirkten. Sie war wunderschön.
»Was ist das?«
»Eine Orchidee.«
»Das sehe ich. Aber was willst du damit?«
»Ich hab sie dir aus Venezuela mitgebracht.«
Remy fühlte, wie ihm das Herz ganz weit aufging. »Du bringst mir Blumen?« Verdammt, insgeheim war Poe ein waschechter Romantiker. Hatte er es doch geahnt.
»Eine Blume. Und lass die besser nicht jeden sehen. Könnte sein, dass sie geschützt ist oder so.«
Vorsichtig nahm Remy die kostbare Pflanze an sich. Aus der Nähe betrachtet war sie sogar noch schöner. »Du weißt schon, dass ich keine Ahnung von Orchideen habe.«
»Du kriegst das schon hin.« Poe wirkte verlegen, was bei einem ausgewachsenen Todesboten ein seltsam entwaffnender Anblick war. »Weißt du noch, als wir in den Kew Gardens waren?«
»Natürlich.« Die Erinnerung flutete zurück. Das Tropenhaus mit seinen künstlichen Regenwald. Saftige Ranken, üppige Farne und ja – zahllose, überschäumende Orchideen. Ein unvergesslicher Tag. Trotz seiner damaligen Krankheit im Glückstaumel. Noch ganz frisch zusammen und haltlos verliebt.
Poe wies auf die Pflanze. »Wenn ich nicht da bin, soll sie dich daran erinnern, dass ich an dich denke. Immer.«
Etwas zog an Remys Herz, ließ es schneller schlagen. »Du bist schrecklich, weißt du das? Du sagst solche Sachen, und dann muss ich dich wieder gehen lassen.«
»Du wirst’s überleben.«
»Ha ha.« Unsterbliche unter sich. Remy reckte sich, um Poe zu küssen, lange und innig.
»Die Arbeit ruft.«
»Na schön, geh Seelen ernten.« Mit einem kellertiefen Seufzer trat Remy zurück. Jedes Mal schien es schwerer zu werden, Poe gehen zu lassen.
»Wehe, du lässt Blacky eingehen.«
»Nix da, den Namen suche ich aus.«
»Pappnase.« Poe lehnte sich vor und küsste seine Nasenspitze. »Bis übermorgen.«
Wehmütig sah Remy zu, wie Poe in schwarzen Sand zerfiel und im Windwirbel verwehte. Er betrachtete die anmutige Pflanze in seiner Hand und ließ den Blick zum Bücherregal wandern. Dort standen Etties alte Wälzer. Wäre doch gelacht, wenn er in den Büchern des Elementars nichts dazu fände, wie man eine Orchidee pflegte. Er betrachtete das zarte Gewächs und musste lächeln. So zerbrechlich es wirkte, die schwarzen Blüten hatten etwas Kraftvolles, Energisches an sich. »Harriet«, sagte er leise. »Ich werde dich Harriet nennen.«

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