Berlin Blues

Refugium: Seelenstaub

Inhalt


Poe läuft die Zeit davon: Von mysteriösen, dunklen Mächten gejagt, schlägt er sich mit seinem besten Freund Remy als Taschendieb und Trickbetrüger durchs Leben. Doch auch Remy flieht vor einem Schicksal, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt – wären da nicht Poes geheimnisvolle Kräfte, die das Blatt noch wenden könnten. Während ihre Lage immer bedrohlicher wird, begreift Poe, dass es für ihn keine Zukunft ohne Remy gibt, denn dieser ist der Teil seiner Seele, den er unmöglich verlieren kann...


Details

ISBN: 978-3-95823-067-5
eBook, Taschenbuch
Verlag: Cursed
Genres: Gay Urban Fantasy, Paranormal Romance
Länge: Roman
Serie: Refugium, Band 1
Seitenzahl: 332
Veröffentlichungsdatum: Ebook 19.11.2016, Taschenbuch 22.11. 2016

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Ab dem Frühjahr 2017

Trivia:

  • Die Idee entspammt meiner #SJMiniMondayStory, die ich eine Weile auf Facebook gepostet habe. Bald merkte ich, dass die Geschichte so viel mehr bot und unbedingt ausgebaut werden sollte.

  • Für die Recherche habe ich einen riesigen Stapel voller Literatur über unerklärliche Phänomene gewälzt, der sich vom Aura-Lesen bis hin zum Dämonenglauben in Osteuropa erstreckt. Fun!


Leseprobe

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Leseprobe

Auszug

Etwas ungläubig starrten sie die vielen Geldscheine an, die die Maschine ausspuckte. Remy konnte förmlich sehen was Poe dachte. Wie er bereits durchkalkulierte, wie lange sie davon überleben konnten. Remy teilte den Stapel gleichmäßig auf und steckte seinen Anteil in die Hosentasche. Es war besser wenn jeder genug bei sich hatte, für den Fall dass sie getrennt wurden.

»Wie wär's mit 'ner warmen Dusche?«, fragte Poe zufrieden, als sie sich auf den Weg die Straße entlang machten. Sogar der Regen ließ langsam nach.

Remy war hin- und hergerissen. Ihr Versteck in der verlassenen Fabrik war besser als so manche zugige Brücke, unter der sie in den vergangenen Jahren gehaust hatten. Aber der Wind zog durch die Löcher in den blinden Fenstern und der Gestank von Rattenpisse und dem Erbrochenen der Junkies hing überall in dem verfallenen Gebäude. Wehmütig dachte er an das kleine Apartment das sie in Glasgow bewohnt hatten, bevor sie das letzte Mal hatten flüchten müssen.

»Eine Nacht können wir uns wohl leisten«, gestand Remy Poe zu. Tatsache war, dass sich jeder Knochen in seinem durchgefrorenen Körper nach einem heißen Bad sehnte.

»Hab eins im Auge das nicht viel kostet.«

»Nicht schon wieder ein Stundenhotel.«

Poe lachte nur. Remy ließ sich von ihm in eine Seitenstraße führen und danach weiter in die tiefe Nacht. Poes Orientierungssinn war phänomenal. Man hätte ihn irgendwo auf der Welt mit verbundenen Augen aus einem fahrenden Wagen schubsen können und er hätte problemlos den richtigen Weg gefunden, ohne sich auch nur einmal um die eigene Achse drehen zu müssen. Nur eine seiner vielen seltsamen Fähigkeiten die Remy bewunderte. Er hatte oft das Gefühl, dass Poe seine Gaben unheimlich fand und sich sogar dafür schämte. Zumindest redete er nie darüber. Die Dinge waren einfach wie sie waren, daran gab es nichts zu rütteln. Keinen Ausweg. Seit Remy klargemacht hatte, dass es nichts gab das ihn je von Poes Seite weichen lassen würde, hatte sich etwas zwischen ihnen verändert. Manchmal sah Poe ihn mit einer verzweifelten Resignation an, die er sofort zu verbergen suchte wenn er Remys Blick bemerkte. Aber es war Remy egal, dass sein Freund gejagt wurde. Dass er in jedem Moment in dem er sich in seiner Nähe aufhielt in Lebensgefahr schwebte. Poe hatte irgendwann klein beigegeben. Und doch saß Remy ständig die Angst im Nacken, dass er eines Morgens aufwachte und Poe sich aus dem Staub gemacht haben könnte. Allein zu Remys Schutz. Das war das Schlimmste daran.

In der langen schmalen Straße flackerten die Laternen schwächlich und warfen kaum Licht. Remy stolperte über einen losen Pflasterstein. Poe war sofort da um ihn aufzufangen. Remy richtete sich auf und stieß ihn leicht zur Seite.

»Geht schon«, knurrte er leise.

»Sturkopf.« Es klang weich und liebevoll. Poe griff einfach nach seiner Hand und umfasste seine klammen Finger fest und bestimmt mit seinen warmen.

»Poe«, beschwerte sich Remy.

»Halt die Klappe und komm.« Noch so eine unnatürliche Fähigkeit, deren Existenz Remy manchmal vergaß. Poe konnte im Stockdunklen sehen. Er gab sich geschlagen und ließ sich vertrauensvoll durch die pechschwarze Nacht führen. Fühlte, wie durch die Berührung sein Herzschlag beschleunigte.

»Ist es noch weit?«, motze er um sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr er es genoss dass Poe seine Hand hielt.

»Gleich da.«

Sie traten in den Lichtschimmer einer breiten Straße.

»Kannst loslassen.«

Er konnte förmlich fühlen wie Poe die Augen rollte. Doch wie er es verlangt hatte, wurde seine Hand freigegeben. Das machte es leichter flach und normal zu atmen...


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